Einladung zur Tupperparty _____________________________

Tupperberaterin Barbara Fröhlich am 27.Juli 2006 im Galerieraum der Stuttgarter GEDOK

Inszeniert hatte ich diese Aktion auf dem Hintergrund meiner Beschäftigung mit Alltagsgegenständen und Alltagshandlungen - und der Begegnung mit einer Ansichtskarte, die meine Fantasie in Richtung Tupperparty ziemlich in Bewegung brachte.

Lange Zeit waren für mich die bunten Plastikschüsseln mit dem berühmten Plopp und die für ihren Verkauf gedachten Frauenrunden verpönt und reizvoll zugleich. Studierte ich doch in den nach-68er Jahren in recht tupperfernem Milieu. Mit der Inszenierung meiner Tupperparty schloss ich endlich diese biografische Lücke.
Gleichzeitig öffnete sich der Blick auf den spannenden kultur-geschichtlichen Hintergrund der Tupperware, ihre Entstehung als Designartikel und ihre Bezüge zu Kunst und Kunstgeschichte.
In Kooperation mit der Autorin Marlies Birkle, Bad Boll, entstand die Arbeit Tupperbiografien, die parallel zur Tupperparty gezeigt wurde. Sie beschäftigt sich mit den Wirklichkeiten jenseits der Tupperparty.

In den Räumen der GEDOK-Galerie Stuttgart im Kontext einer Tupperparty am 27.Juli 2006

"Eigentlich hatte ich ihn mit seinem gebrochenen Bein in die Klinik bringen wollen, dorthin, wo er auch arbeitete, aber dann hatte ich ihn überfahren, mit seinem eigenen Auto zwei Mal und da lag er nun tot auf dem runden hellen Flusskies, den ich eigenhändig aufgebracht hatte. (...) Aber der Kies knirschte nicht, nur die Rosen im Hintergrund sonderten ihren Duft ab, dabei hatte ich sie extra deswegen und natürlich ohne sein Wissen (weil sie so sündhaft teuer waren) aus England kommen lassen. (...)" (Textauszug)

Textfragmente der Autorin Marlies Birkle sind einzelnen Pflanzen zugeordnet.
Marlies Birkle, Autorin
1954 im Allgäu geboren
Gelernte Journalistin
2000 Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg
Lebt und arbeitet in Bad Boll bei Stuttgart